Kategorie-Archiv: Ausflüge

Weststädter besuchten „Hildesheim 1200“

Der Bürgerverein lud ein und 33 Interessierte nahmen an der 33-minütigen Bahnfahrt in die 815 gegründete Bischofsstadt teil. Kurz vor Kriegsende, am 22. März 1945, sind große Teile der City stark zerstört worden, auch Kirchen wie der (Marien)Dom, aber auch das Rathaus (1268) und das Knochenhauer-Amtshaus (1529). Seit 1970 beherbergt die 100.000 Einwohner zählende Stadt an der Innerste auch eine Universität – mit den Fachhochschulen stieg die Studentenzahl auf fast 10.000 an. Bekannt sind nicht nur die prachtvolle Kirchen, auch das Roemer- Pelizaeus-Museum mit bedeutenden Sammlungen und Spezialausstellungen ziehen Touristen an.

In zwei Gruppen galt es, einige Standardattraktionen aufzusuchen – was bei relativ mildem, trockenem Aprilwetter und bei entsprechender Erwartungshaltung nicht schwer fiel. Begonnen hatte der Rundgang am Marktplatz mit dem (Rolands-)Brunnen und dem Rathaus sowie prächtigen Zeugen der spätmittelalterlichen Baukunst. Das kriegsbedingt vernichtete Knochenhauer-Amtshaus ist 1990 in jahrelanger Zimmermannskunstarbeit wieder aufgebaut worden. Doch auch das Bäckerhaus und das Tempelhaus vermitteln eindruckvoll, was Hildesheim ausmacht(e). Unesco-Weltkulturerbe ist bereits seit 1985 außer dem Dom auch die St. Michaeliskirche (Abdruck auf Zwei-Euro-Münze), die wir bewundern konnten. Mit 114,5 m ist der Turm der Andreaskirche der höchste in Niedersachsen. Nach jahrelanger Restaurierung ist nun der Dom des Bistums Hildesheim für jedermann zugänglich.

Die bekannten Bischöfe Bernward (993 – 1022) sowie sein Nachfolger Godehard (bis 1038) zählen zu den prägendsten Kirchenführern ihrer Zeit. Mit den Bronzetüren und der bronzenen Christussäule Bernwards sowie dem allseits berühmten 1000-jährigen Rosenstock vermittelten die Stunden in Hildesheim weitere Impressionen. Seit 1200 ist der Altstadtkern mit einem geschlossenen Mauerzug umgeben, deren gut erhaltene Reste wir ebenfalls sahen. Wurde die Reformation in Braunschweig bereits 1528 durch den Theologen Johannes Bugenhagen eingeführt, so geschah das hier im Jahre 1542. Heute zählen 28 % zur kath. Kirche, in Braunschweig sind es ca. 14 %. Namensgeber der Stadt ist der germanischer Hofbesitzer „Hiltwin“. Über die wichtige Landstraßenverbindung B 1 wird die 1200 Jahre alte Ansiedlung nach ca. 45 km von der Löwenstadt aus erreicht. Ein Besuch lohnt sich immer – im ganzen Jubiläumsjahr gibt es ein umfangreiches Programm. Die kürzlich erschienene 62er Briefmarke erinnert an „Hildesheim 1200“.

ww.w.bistumsjubilaeum-hildesheim.de    

Edm. Heide, Heimatpfleger

Stadtbesichtigung in Goslar


Das 1000-jährige Goslar stand am 28.Juni (Sa) 2014 für eine Gruppe aus der Weststadt im Blickpunkt. Die von Heinrich I im Jahre 922 als Markt gegründete Ansiedlung wurde später durch den Bau (Anfang des 11. Jahrh.) der Kaiserpfalz zur einflussreichen Reichsstadt.
Bis ins 13.Jahrhundert war die Harzrandstadt bevorzugter Aufenthalts- und Versammlungsort deutscher Herrscher und Reichstage. Die Stellung „Freie Reichsstadt“ erhielt sie 1290/1340. Ihre Blütezeit war um 1500 aufgrund des Silberbergbaus/Rammelsberg.
Zwischen der Herzogsstadt Braunschweig und Goslar gab es dauernde Auseinandersetzungen, so u.a. mit Herzog Heinrich d. Jüngere. 1941 wurde die Stadt dann im Austausch mit dem Landkreis Holzminden braunschweigisch. 1974 erweiterte sich der Landkreis aufgrund der Eingemeindungen großer Teile der Kreise Clausthal-Zellerfeld und Braunlage Kürzlich wurde auch Vienenburg Goslar zugeordnet, Hahnenklee ist bereits länger ein Ortsteil. Vom Marktplatz mit dem Rathaus, der Kaiserworth und Marktkirche führte unser Rundgang durch verwinkelte, romantische Ecken dieser vom Krieg verschonten Stadt. Sehenswürdigkeiten waren u.a. die Kaiserpfalz, das Siemens-Stammhaus, das Brusttuch, das Mönchhaus, das Dukatenmännchen u.v.m. Nach dem Mittagessen war genügend Zeit, sich in kleinen Gruppen bis zur Abfahrt per Bahn dies und das noch mal anzusehen.

Großes Interesse für Führung durch das Stahlwerk

SZAG_BVErneut hatte der Bürgerverein Weststadt zu einer Werksbesichtigung eingeladen. Wegen der großen Nachfrage konnten nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden. Am 8. 8. 2013 fuhr uns der Bus vom „Schornstein“ beim EKZ Elbestraße ins Salzgittergebiet. 30 Weststädter erreichten am Vormittag das neue Besucherzentrum des Salzgitter-Konzerns.
Nach einer kurzen Einführung in das im MDAX geführte Unternehmen bot eine Bildpräsentation entsprechende Einblicke in in das zweitgrößte deutsche Stahlwerk – nach ThyssenKrupp. Wir fuhren auf dem 10 km2 großen Areal, um in den Werkshallen den Prozess der Stahlherstellung von der Erzeugung des Roheisens bis zur Herstellung von Halb- und Fertigprodukten (Flachstahl, Röhren u.a.) zu verfolgen. – Derzeit ist die SalzgitterAG wegen der angespannten Absatzsituation oft in den Schlagzeilen. Immerhin gilt es 400 Mill. Euro Verlustzuweisung zu verkraften; weiterhin sollen in der Region 1.500 Stellen abgebaut werden. Eckpunkte des dafür nötigen Programms werden demnächst durch „Salzgitter 2015“ vorgestellt. Edm. Heide