Archiv der Kategorie: Ausflüge

Fahrt nach Bremerhaven

BremerhavenMaritime und historische Erlebnisse

In die 230 km entfernte Hafenstadt Bremerhaven fuhr am 16. Juli 2016 eine Weststadtgruppe mit 36 Interessierten. Ausgebucht war diese Tagesreise bereits vier Wochen vor Beginn, ähnlich wie bei der Hamburgfahrt im Sommer 2015. Nach dreistündiger Zugfahrt erreichten wir an der Mündung der Weser die 140.000 Einwohner zählende Seestadt.

Die 1827 durch Johann Smidt gegründete Stadt liegt 55 km nördlich von Bremen und gehört als Exklave zu diesem kleinsten Bundesland. 1920 vereinigten sich die Gemeinde Geestmünde und Lehe zur Stadt Wesermünde. 1938 wurde das Überseehafengebiet der Stadt Bremen zugeordnet. 1947 erfolgte die Umbennung Wesermündes in Bremerhaven und blieb US-amerikanische Zone.

Kriegsbedingte Zerstörungen führten ebenso wie in Braunschweig zu einer zehnjährigen Wiederaufbauphase. Moderne Bauten im Bereich der Großen Kirche (Backsteinbau) und die Fußgängerzone luden zum Flanieren ein.

Aufgeteilt in mehrere Gruppen konnten wir in den „ Havenwelten“ erste Impressionen gewinnen. Anschließend besuchten die meisten das Auswandererhaus, wo eine Fülle von Eindrücken auf uns warteten. Andere ließen sich durch eine Hafenrundfahrt informieren –vorbei an Werften, Dockanlagen, Container-Terminals, Frachtschiffen und Autofähren.

Zu entdecken gab es auch das Columbus-Center, das moderne Klimahaus. Im nahen Hafenbecken lagen u.a. Traditionsschiffe sowie ein U-Boot (1944). Einen exklusiven Panoramablick hatte man vom höchsten Gebäude an der deutschen Nordseeküste, dem 147 m hohen Atlantic Hotel „Sail City“ auf der 20. und 21. Etage (86 m) über die Stadt und das Hafengebiet mit der Weser. Obwohl die maritimen Sehenswürdigkeiten nah bei einander lagen, ist Bremerhaven ein lohnendes Ziel für eine spätere Tagefahrt.

Text: Edmund Heide
Foto: Uwe Rosendahl

 

Helmstedt im Blickpunkt der Weststädter

Am 23. April 2016 machte sich eine 23-er Weststadtgruppe in unsere 35 km östlich gelegene Kreisstadt Helmstedt auf.. Zunächst führte der Stadtrundgang zum einstigen Kloster St. Ludgeri (gegr. 952), durch welches die Entstehung der Stadt erfolgte. Pfarrer Alfred Merten (+2001) setzte nach dem Weggang von St. Cyriakus (Weststadt) jahrelang für umfangreiche Sanierungsarbeiten ein. Danach stand der Besuch des Zonengrenzmuseums, neben der Kreisverwaltung, auf dem Plan.
Bürgerverein-in-Helmstedt

Bekannt ist besonders die ehemalige Universität Juleum (1576-1810), ein prachtvoller Spätrenaissancebau, den wir bewunderten. Durch die Fußgängerzone (Neumärker Straße) erreichten wir den Hausmannsturm (1286), ein mittelalterliches Stadtor, ein Teil des Mauerrings.

Hier werden samstags um 12.00 Uhr die Besucher durch Posaunen- und Trompetenklänge, vom Meister und Geselle in traditioneller Tracht, vorgetragen.

Danach war noch genug Zeit zum Mittagessen und durch die Stadt zu bummeln. Auf dem Marktplatz am Rathaus (Spätgotik, 1903-1906) trafen sich alle zum gemeinsamen Beisammensein im „Café Kaffeeklatsch“.

Edmund Heide

Hamburg war ein lohnendes Ziel

Jedem sind zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Hansestadt Hamburg bekannt – sei es das Wahrzeichen St. Michaelis („Michel“), der alte Elbtunnel (450 m), die St. Pauli -Landungsbrücken, der Jungfernstieg mit der Binnenalster, die Elbphilharmonie, die Speicherstadt u.a. Am 5. September 2015 war es soweit: 30 Weststädter machten sich auf die Reise in die Metropole an der Elbe.

Nach dreistündiger Bahnfahrt durch die Lüneburger Heide mit kurzem Stopp in Uelzen auf dem bekannten „Hundertwasserbahnhof“ erreichte die Gruppe ihr Ziel. Beim Ausstieg in der fast 1,8 Millionen Einwohner zählenden Großstadt bemerkten wir gleich, dass wir in einem der größten deutschen Bahnhöfe angekommen waren. Immerhin leben in Hamburg siebenmal so viele Bewohner wir in unserem Braunschweig.

Informationen über unser Tagesziel hatten alle zuvor bereits erhalten. Nach der Ankunft informierte Heimatpfleger Edmund Heide über den Ablauf des HH-Aufenthalts. Vom Bahnhof schlenderten wir über die bekannte Mönckebergstraße, Haupteinkaufszentrum, zum knapp ein Kilometer entfernten Rathaus. Im Innern des von 1886 – 1897 errichteten Prachtbaus gewannen wir einen Eindruck von dem Sitz der Bürgerschaft. In kleineren Gruppen konnte man im Bereich der Binnenalster und dem Jungfernstieg bis zur Mittagspause durch die überfüllte Innenstadt bummeln.

Gestärkt verließen wir die City mit der U-Bahn in Richtung Landungsbrücken. Bei spätsommerlichem Wetter gewannen wir einen ersten Eindruck dieses zweitgrößten europäischen Hafens – nach dem niederländischen Rotterdam. Vor der geplanten Hafenrundfahrt bot sich die Möglichkeit, den „alten Elbtunnel“ von 1911 zu besichtigen. Mit einem alten Raddampfer ging es anschließend auf eine einstündige Erkundigungsfahrt durch den Hamburger Hafen – vorbei an Docks, Kreuzfahrt-, Museums- und Containerschiffen. Touristische Attraktion war auch die viel diskutierte Elbphilharmonie und auch Teile der Speicherstadt und Hafencity – seit Juni 2015 UNESCO-Weltkuturerbe. Ein solch erlebnisreicher Aufenthalt wird sicherlich „über den Tag hinaus“ in Erinnerung bleiben.
EH

Weststädter besuchten „Hildesheim 1200“

Der Bürgerverein lud ein und 33 Interessierte nahmen an der 33-minütigen Bahnfahrt in die 815 gegründete Bischofsstadt teil. Kurz vor Kriegsende, am 22. März 1945, sind große Teile der City stark zerstört worden, auch Kirchen wie der (Marien)Dom, aber auch das Rathaus (1268) und das Knochenhauer-Amtshaus (1529). Seit 1970 beherbergt die 100.000 Einwohner zählende Stadt an der Innerste auch eine Universität – mit den Fachhochschulen stieg die Studentenzahl auf fast 10.000 an. Bekannt sind nicht nur die prachtvolle Kirchen, auch das Roemer- Pelizaeus-Museum mit bedeutenden Sammlungen und Spezialausstellungen ziehen Touristen an.

In zwei Gruppen galt es, einige Standardattraktionen aufzusuchen – was bei relativ mildem, trockenem Aprilwetter und bei entsprechender Erwartungshaltung nicht schwer fiel. Begonnen hatte der Rundgang am Marktplatz mit dem (Rolands-)Brunnen und dem Rathaus sowie prächtigen Zeugen der spätmittelalterlichen Baukunst. Das kriegsbedingt vernichtete Knochenhauer-Amtshaus ist 1990 in jahrelanger Zimmermannskunstarbeit wieder aufgebaut worden. Doch auch das Bäckerhaus und das Tempelhaus vermitteln eindruckvoll, was Hildesheim ausmacht(e). Unesco-Weltkulturerbe ist bereits seit 1985 außer dem Dom auch die St. Michaeliskirche (Abdruck auf Zwei-Euro-Münze), die wir bewundern konnten. Mit 114,5 m ist der Turm der Andreaskirche der höchste in Niedersachsen. Nach jahrelanger Restaurierung ist nun der Dom des Bistums Hildesheim für jedermann zugänglich.

Die bekannten Bischöfe Bernward (993 – 1022) sowie sein Nachfolger Godehard (bis 1038) zählen zu den prägendsten Kirchenführern ihrer Zeit. Mit den Bronzetüren und der bronzenen Christussäule Bernwards sowie dem allseits berühmten 1000-jährigen Rosenstock vermittelten die Stunden in Hildesheim weitere Impressionen. Seit 1200 ist der Altstadtkern mit einem geschlossenen Mauerzug umgeben, deren gut erhaltene Reste wir ebenfalls sahen. Wurde die Reformation in Braunschweig bereits 1528 durch den Theologen Johannes Bugenhagen eingeführt, so geschah das hier im Jahre 1542. Heute zählen 28 % zur kath. Kirche, in Braunschweig sind es ca. 14 %. Namensgeber der Stadt ist der germanischer Hofbesitzer „Hiltwin“. Über die wichtige Landstraßenverbindung B 1 wird die 1200 Jahre alte Ansiedlung nach ca. 45 km von der Löwenstadt aus erreicht. Ein Besuch lohnt sich immer – im ganzen Jubiläumsjahr gibt es ein umfangreiches Programm. Die kürzlich erschienene 62er Briefmarke erinnert an „Hildesheim 1200“.

ww.w.bistumsjubilaeum-hildesheim.de    

Edm. Heide, Heimatpfleger

Stadtbesichtigung in Goslar


Das 1000-jährige Goslar stand am 28.Juni (Sa) 2014 für eine Gruppe aus der Weststadt im Blickpunkt. Die von Heinrich I im Jahre 922 als Markt gegründete Ansiedlung wurde später durch den Bau (Anfang des 11. Jahrh.) der Kaiserpfalz zur einflussreichen Reichsstadt.
Bis ins 13.Jahrhundert war die Harzrandstadt bevorzugter Aufenthalts- und Versammlungsort deutscher Herrscher und Reichstage. Die Stellung „Freie Reichsstadt“ erhielt sie 1290/1340. Ihre Blütezeit war um 1500 aufgrund des Silberbergbaus/Rammelsberg.
Zwischen der Herzogsstadt Braunschweig und Goslar gab es dauernde Auseinandersetzungen, so u.a. mit Herzog Heinrich d. Jüngere. 1941 wurde die Stadt dann im Austausch mit dem Landkreis Holzminden braunschweigisch. 1974 erweiterte sich der Landkreis aufgrund der Eingemeindungen großer Teile der Kreise Clausthal-Zellerfeld und Braunlage Kürzlich wurde auch Vienenburg Goslar zugeordnet, Hahnenklee ist bereits länger ein Ortsteil. Vom Marktplatz mit dem Rathaus, der Kaiserworth und Marktkirche führte unser Rundgang durch verwinkelte, romantische Ecken dieser vom Krieg verschonten Stadt. Sehenswürdigkeiten waren u.a. die Kaiserpfalz, das Siemens-Stammhaus, das Brusttuch, das Mönchhaus, das Dukatenmännchen u.v.m. Nach dem Mittagessen war genügend Zeit, sich in kleinen Gruppen bis zur Abfahrt per Bahn dies und das noch mal anzusehen.