Erkundung des Michaelis-Viertels

Im Juni zogen wir Weststädter entlang der Stadtmauer durch das Michaelisviertel. Die Stadtmauer steht heute als ein kleiner Rest. Dort endete die heutige Güldenstraße. Diese Straße war ein wichtiger Fernhandelsweg Hamburg und Frankfurt. Die Michaeliskirche war ein erster Anlaufpunkt für die Reisenden. Die Händler strichen im Vorübergehen über den Kopf einer Christusfigur, die in die Mauer der Kirche eingebracht war. Das sollte ihnen Glück bringen. Natürlich habe auch ich es getan…

In der Kirche, älter als der Dom, bitteten die Gläubigen in früheren Zeiten zeitweise vor mehr als 10 Altären um die Hilfe und Fürbitten der Heiligen.

So dicht an der Mauer wohnte auf der Echternstraße (echtern/achtern= hinter) auch der Scharfrichter. Es war kein reiches Viertel. Er beschützte auch die Frauen, die einem gefragten Gewerbe nachgingen.

Stobwasser gründete hier eine Lackierwarenfabrik, in der auch kunsthandwerkliche Tabakdosen hergestellt wurden. Eine große Nachfrage der höfischen Gesellschaft gab es danach. Bis zu 100 Menschen arbeiteten dort. Friedrich Ebert wohnte kurzfristig hier.

Ein Wehrgang zwischen Michaelistor und Hohe Tor ist heute noch zu begehen. Der führte unter der Mauer hindurch zur Oker. Von dort griffen die Verteidiger der Stadt mögliche Angreifer an.

Das Michaelisviertel ist heute ein Kleinod. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und wandern hindurch. Es ist ja kein großes Gebiet.

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