Weststadt-Zentrum

Unser Sadtteil hat ungefähr 23.000 Einwohner in fünf Vierteln. Eine kleine Stadt. Aber die Weststadt hat kein Zentrum, das als solches gekennzeichnet ist. Das möchten wir vom Bürgerverein gern ändern!

Die geografische Mitte der Weststadt ist der Marktplatz vor der Emmauskirche mit dem angrenzenden Einkaufsbereich. Ein Fahrrad-Richtungsschild weist zwar auf die Weststadt hin, nennt aber kein genaues Ziel. Diesen Marktplatz möchten wir gern aufwerten durch

Bänke, die zum Verweilen und Plaudern einladen

ein Merkmal, vielleicht eine Litfasssäule, die die Geschichte des Viertels, seine Internationalität erzählt und Aktuelles verkündet

eine Flaniermeile zum dann neu gestalteten Alsterplatz

ein übersichtliches Straßenverzeichnis

Der Bezirksrat hat unsere Anfrage zu einem interfraktionellen Antrag an die Stadt weitergeleitet

Zusammen mit der Stadtteilentwicklung werden wir weiter daran arbeiten, dass dieses Vorhaben Wirklichkeit wird und damit die Weststadt attraktiver macht.

Bringen auch Sie sich ein und machen Sie Vorschläge, z.B. während unserer Info-Stand-Zeiten immer donnerstags von 10 bis 12 Uhr im Einkaufszentrum an der Elbestraße.

Erkundung des Michaelis-Viertels

Im Juni zogen wir Weststädter entlang der Stadtmauer durch das Michaelisviertel. Die Stadtmauer steht heute als ein kleiner Rest. Dort endete die heutige Güldenstraße. Diese Straße war ein wichtiger Fernhandelsweg Hamburg und Frankfurt. Die Michaeliskirche war ein erster Anlaufpunkt für die Reisenden. Die Händler strichen im Vorübergehen über den Kopf einer Christusfigur, die in die Mauer der Kirche eingebracht war. Das sollte ihnen Glück bringen. Natürlich habe auch ich es getan…

In der Kirche, älter als der Dom, bitteten die Gläubigen in früheren Zeiten zeitweise vor mehr als 10 Altären um die Hilfe und Fürbitten der Heiligen.

So dicht an der Mauer wohnte auf der Echternstraße (echtern/achtern= hinter) auch der Scharfrichter. Es war kein reiches Viertel. Er beschützte auch die Frauen, die einem gefragten Gewerbe nachgingen.

Stobwasser gründete hier eine Lackierwarenfabrik, in der auch kunsthandwerkliche Tabakdosen hergestellt wurden. Eine große Nachfrage der höfischen Gesellschaft gab es danach. Bis zu 100 Menschen arbeiteten dort. Friedrich Ebert wohnte kurzfristig hier.

Ein Wehrgang zwischen Michaelistor und Hohe Tor ist heute noch zu begehen. Der führte unter der Mauer hindurch zur Oker. Von dort griffen die Verteidiger der Stadt mögliche Angreifer an.

Das Michaelisviertel ist heute ein Kleinod. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und wandern hindurch. Es ist ja kein großes Gebiet.

Der Berg ruft

Am 28. Mai empfing uns Manfred Gruner alias Philipp von Amsberg am Bad Harzburger Bahnhof. Er wartete stilecht mit Zylinder und begleitete uns auch so durch die Stadt und auf den Burgberg. Die Bahnstrecke von Braunschweig war die erste staatliche Bahnlinie Deutschlands. Das ist schon mal eine Wiederauferstehung wert. Sodann führte er uns durch die Straßen mit Geschichte(n), vorbei am Casino und der Wandelhalle. Bäder-Atmosphäre kam auf. Das echte Harzburger Wasser aus der Wandelhalle überzeugte mich nicht so – und dabei habe ich nicht einmal das salzige Wasser getrunken. Salzabbau durchzog die Geschichte der Gegend wie auch der Erzbergbau. Bergbau um Harzburg und Cafés als Begleitung der ersten Erholungssuchenden. Unsere Gruppe bereicherten ein ehemaliger Konditor, der mal im Café Peters arbeitete und ein Bergmann, der aber im Ruhrpott gearbeitet hat.

Ein Ziel war auch der Jungbrunnen im Zentrum. Doch er konnte uns leider nicht wirklich helfen, die kleinen Zipperlein zu überwinden. Aber der allein ist schon eine Reise wert.

Der Burgberg rief schon Könige, Kaiser und Bismarck herbei. Und alle kamen, also auch wir.

Einhellige Meinung der Mitwandernden: Bad Harzburg ist ein schönes Städtchen, so manches kannten wir nicht. Es lohnt ein Besuch!